Dry-Hire

Dry-Hire bedeutet, dass Ver­anstal­tung­stech­nik ohne Ser­viceleis­tun­gen gemietet wird. Anders als beim Wet-Hire bekommst Du nur das Equip­ment und küm­merst Dich selb­st um Trans­port, Auf­bau, Bedi­enung, Sicher­heit und Rück­gabe. Diese Miet­form ist beson­ders sin­nvoll, wenn bere­its eigenes Tech­nikper­son­al, Erfahrung und passende Logis­tik vorhan­den sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dry-Hire?

Dry-Hire beze­ich­net die reine Ver­mi­etung von Ver­anstal­tung­stech­nik oder Equip­ment ohne beglei­t­ende Ser­viceleis­tun­gen durch den Ver­mi­eter. Im Gegen­satz zum „Wet-Hire“ (oder Full-Ser­vice), bei dem zusät­zlich zum Equip­ment auch Per­son­al (Tech­niker für Auf­bau, Bedi­enung, Betreu­ung) und oft auch Trans­port ange­boten wer­den, erhältst du beim Dry-Hire auss­chließlich das Gerät selb­st. Das bedeutet, dass du als Mieter für Pla­nung, Trans­port, Auf- und Abbau, sowie für den fachgerecht­en Betrieb und die Rück­führung der Geräte in ein­wand­freiem Zus­tand ver­ant­wortlich bist. Dry-Hire wird häu­fig von Ver­anstal­tern, Tech­nikern oder Agen­turen genutzt, die entwed­er eigenes qual­i­fiziertes Per­son­al haben oder bere­its über Erfahrung in der Hand­habung und Instal­la­tion ver­fü­gen.

Bühnen- und Veranstaltungstechnik mit Licht- und Tontechnik in Frankfurt.

Merkmale und Abgrenzung zu Full-Service-Leistungen

  1. Auss­chließliche Gerätver­mi­etung
    • Beim Dry-Hire mietest du auss­chließlich die Hard­ware (z. B. Laut­sprech­er, Mikro­fone, Mis­ch­pulte, Beleuch­tung­stech­niken, Video­pro­jek­toren). Alles Zube­hör wie Kabel, Sta­tive oder Cas­es wird in der Regel eben­falls mit­gegeben, sofern es Teil des Miet­pakets ist.
    • Ser­viceleis­tun­gen wie Trans­port, Auf- und Abbau, Ein­rich­tung, Pro­gram­mierung oder Betreu­ung während der Ver­anstal­tung sind nicht inklu­sive.
  2. Eigen­ver­ant­wor­tung des Mieters
    • Du bist selb­st für die Pla­nung (z. B. Auswahl des richti­gen Equip­ments, tech­nis­che Kom­pat­i­bil­ität), den Trans­port (z. B. Trans­porter, Ladungssicherung), den Auf- und Abbau (z. B. kor­rek­te Posi­tion­ierung von Laut­sprech­ern, rigide Befes­ti­gung bei Tra­versen) sowie für das Trou­bleshoot­ing während des Events ver­ant­wortlich.
    • Zusät­zlich musst du sich­er­stellen, dass alle Geräte sachgemäß bedi­ent wer­den und die gel­tenden Sicher­heitsvorschriften (z. B. Stro­man­schlüsse, Erdung, Lastverteilung) einge­hal­ten wer­den.
  3. Kosten­struk­tur
    • Dry-Hire-Tar­ife sind in der Regel gün­stiger als Full-Ser­vice- oder Wet-Hire-Pakete, da du keine Tech­niker­stun­den oder Logis­tik­di­en­stleis­tun­gen bezahlen musst.
    • Nebenkosten kön­nen anfall­en, wenn du selb­st zusät­zliche Leis­tun­gen ein­buchst (z. B. optionaler Trans­port), oder falls Schä­den auftreten, die über die nor­male Abnutzung hin­aus­ge­hen.

Komponenten und Verantwortlichkeiten beim Dry-Hire

  1. Equip­men­tauswahl
    • Ton: Aktiv- oder Pas­sivlaut­sprech­er, Sub­woofer, Mis­ch­pulte, Mikro­fone, End­stufen, DSP-Prozes­soren.
    • Licht: Schein­wer­fer (Par-Spots, Fres­nel, LED-Pan­els), Mov­ing Heads, Nebel- und Haz­er-Geräte, Dim­mer­packs, DMX-Con­troller.
    • Video: Beam­er, Lein­wände, Dis­plays, Kam­eras, Regiepulte und Kabel.
    • Büh­nen-/Rig­ging: Tra­versen, Sta­tive, Büh­nen­podeste, Kara­bin­er, Rund­schlin­gen, Roll­gerüste.
    • Zube­hör: Kabel (XLR, Speakon, DMX), Mikro­fon­stän­der, Laut­sprech­er­sta­tive, Cas­es, Schutzhüllen.
  2. Pla­nung und Logis­tik
    • Du kalkulierst eigen­ver­ant­wortlich Fris­ten für Abhol­ung und Rück­gabe der Geräte. Kläre frühzeit­ig, wie viele Stun­den du für Auf- und Abbau benötigst, und buche ggf. entsprechende Tage für die Miete.
    • Trans­porter, Anhänger oder Kom­bi: Beachte Maße und Gewicht des Equip­ments. Lade­hil­fen, Ram­p­en oder Palet­ten­wa­gen kön­nen nötig sein, um schwere Laut­sprech­er oder Tra­versen sich­er zu ver­laden.
  3. Auf- und Abbau
    • Du stellst sich­er, dass genug qual­i­fiziertes Per­son­al vorhan­den ist, um Las­ten abzustützen, Leitun­gen kor­rekt zu ver­legen und die Aufla­gen für Höhen­tra­versen einzuhal­ten. Bei fehlen­der Erfahrung lohnt es sich, zumin­d­est kurzfristig einen Tech­niker für eine Ein­weisung zu engagieren.
    • Elek­trische Anschlüsse müssen vorschriftsmäßig abgesichert wer­den (FI-Schutzschal­ter, aus­re­ichende Stromkreise, pro­fes­sionelle Mehrfach­steck­dosen), damit keine Kurz­schlüsse oder Über­las­tun­gen entste­hen.
  4. Inbe­trieb­nahme und Betrieb
    • Du nimmst sämtliche Geräte vor Ort in Betrieb: Ton­tech­nik kalib­ri­eren (Gain-Stag­ing, Equal­iz­ing, Lim­it­ing), Licht­tech­nik pro­gram­mieren (DMX-Adressen, Kanäle), Video­pro­jek­tion justieren (Zoom, Key­stone, Fokussierung).
    • Bei Fehlern bist du eigen­ständig für Trou­bleshoot­ing ver­ant­wortlich (z. B. Kabel­bruch, Lam­p­e­naus­fall beim Beam­er, Feed­back-Schleife bei Mikro­fo­nen).

Anwendungsbereiche für Dry-Hire

  1. Selb­st­ständi­ge Ton­tech­niker oder Agen­turen
    • Wenn du als Free­lancer oder Agen­tur bere­its qual­i­fiziertes Per­son­al stellst, möcht­est du häu­fig nur Equip­ment ohne Ser­vice buchen, da du die Arbeit­skräfte selb­st bere­it­stellst.
    • Vorteil: Du bist flex­i­bel in der Per­son­alpla­nung und kannst je nach Event-Umfang Kurzfris­taufträge annehmen.
  2. Ver­anstal­ter mit eigen­em Tech­nik­team
    • Betreiber von Loca­tions (z. B. Ver­anstal­tungszen­tren, Clubs, Gemein­dezen­tren) greifen auf Dry-Hire zurück, wenn ihre Haustech­niker das Han­dling übernehmen.
    • So kön­nen Kosten im Rah­men gehal­ten wer­den, da nur das Equip­ment, aber nicht zusät­zlich­es Per­son­al eingekauft wird.
  3. Film- und Video­pro­duk­tio­nen
    • Für Drehar­beit­en an wech­sel­nden Drehort­en oder bei kleineren Film­pro­jek­ten ist es oft üblich, Kam­eras, Lichtk­its und Ton­pakete dry zu mieten und das eigene Filmteam für den Auf­bau und Betrieb mitzubrin­gen.
  4. Wan­der­ausstel­lun­gen und Messepräsen­ta­tio­nen
    • Ausstel­lungsku­ra­toren und Messe­bau-Fir­men haben zumeist eigene Logis­tik- und Tech­nik­teams. Sie buchen LED-Wände, Mon­i­torsys­teme oder Audio-Mod­u­larsys­teme dry, da sie bere­its über Per­son­al und Fahrzeuge ver­fü­gen.
  5. Pri­vate Feier­lichkeit­en und DIY-Events
    • Wenn du pri­vat ein Fest (Hochzeit, Geburt­stag, Jubiläum) planst, kannst du Laut­sprecher­box­en, DJ-Equip­ment, Licht­sets oder Kon­ferenzmikro­fone dry mieten. Du organ­isierst selb­st Fre­unde oder Bekan­nte, die etwas Tech­nik-Erfahrung haben, für Auf- und Abbau.
    • Vor­sicht: Wenn du über zu wenig Erfahrung ver­fügst, kön­nen Fehler bei der Verk­a­belung, Ein­stel­lung oder Geräte­hand­habung zu Fehlfunk­tio­nen führen.

Vorteile von Dry-Hire

  1. Kosten­ef­fizienz
    • Da nur das Equip­ment ver­rech­net wird, sparst du Ser­vi­cepauschalen, Tech­niker­stun­den und Logis­tikkosten. Ger­ade wenn du eigenes Per­son­al hast, ist Dry-Hire wirtschaftlich­er.
  2. Flex­i­ble Per­son­alpla­nung
    • Du kannst selb­st entschei­den, ob du nur ein externes Ein­weisungsper­son­al für wenige Stun­den hinzuziehst oder kom­plett ohne fremde Hil­fe auskommst.
  3. Volle Kon­trolle über Ablauf und Tech­nik
    • Dein eigenes Team hat während des gesamten Prozess­es Entschei­dungs­frei­heit und kann spon­tan Änderun­gen vornehmen (z. B. umsteck­en, Kanal­bele­gung ändern), ohne Rück­sprache mit einem exter­nen Dien­stleis­ter hal­ten zu müssen.
  4. Schnelle Abwick­lung
    • Da keine kom­plexe Koor­di­na­tion von Ser­viceleis­tun­gen nötig ist, kann die Buchung im ide­alen Fall kurzfristig (auch wenige Tage vor Event) erfol­gen, sofern aus­re­ichend Equip­ment ver­füg­bar ist.

Herausforderungen und Risiken beim Dry-Hire

  1. Tech­nis­ches Know-how erforder­lich
    • Du musst aus­re­ichend Erfahrung in der Hand­habung von Ver­anstal­tung­stech­nik besitzen. Ohne Ken­nt­nis von Gain-Stag­ing, DMX-Adressierung, para­metrisiert­er Equal­iz­er-Ein­rich­tung oder Coro­naschutz­maß­nah­men für Tra­versen dro­hen Fehlein­schätzun­gen.
  2. Eigen­ver­ant­wor­tung für Sicher­heit
    • Ein nicht fachgerecht ver­bautes Sta­tiv, falsch mon­tierte Tra­verse oder schlecht ver­legte Kabel kön­nen zu Unfällen führen (Stolpern, Abstürze, Kurz­schlüsse). Du bist allein für die Ein­hal­tung aller Nor­men (z. B. VDE, UVV, DIN-Nor­men) ver­ant­wortlich.
  3. Logis­tis­ch­er Aufwand
    • Wenn du kein eigenes Fahrzeug oder keine Trans­port-Part­ner hast, musst du externe Logis­tik­di­en­ste buchen. Bei schw­eren Geräten (PA-Bass-Säulen, Line-Array-Mod­ule, Tra­versen) sind Hebe­hil­fen und min­destens zwei starke Helfer nötig.
  4. Mietkau­tion und Schaden­risiko
    • Equip­ment-Mieter müssen oft hohe Kau­tio­nen hin­ter­legen (z. B. 20–30 % des Net­tow­ertes). Wenn Geräte beschädigt zurück­gegeben wer­den oder Teile fehlen, zieht der Ver­mi­eter die Reparatur- oder Neupreis-Kosten von der Kau­tion ab.

Tipps für erfolgreiches Dry-Hire

  1. Sorgfältige Bedarf­s­analyse
    • Erstelle eine voll­ständi­ge Liste aller benötigten Geräte und Zube­hörteile (inkl. Kabel­län­gen, Adapter, Sta­tive). Beschreibe genau, welche Funk­tio­nen du brauchst (z. B. 2 × 12″ Aktivlaut­sprech­er, 1 × 15″ Sub­woofer, 24-Kanal-Dig­i­talpult).
  2. Frühzeit­ige Buchung und Ver­füg­barkeit prüfen
    • Ger­ade beson­dere Geräte (High-End-Line-Array-Sys­teme, 4K-Laser-Beam­er, PTZ-Kam­eras) sind schnell aus­ge­bucht. Reserviere min­destens 4–6 Wochen vor dem Event. Wenn kurzfristig, kon­tak­tiere den Ver­mi­eter direkt, um Eng­pässe zu prüfen.
  3. Trans­port und Ver­pack­ung bedenken
    • Nutze Flight­cas­es oder gepol­sterte Cas­es, um empfind­liche Geräte (Beam­er, Dis­plays, Mix­ing-Con­sole) zu schützen. Berück­sichtige Sper­rgut­maße: Manche Laut­sprech­er-Stacks oder Tra­versen passen nicht durch Stan­dard­türen.
    • Organ­isiere Helfer und Lade­hil­fen (Ram­p­en, Gabel­sta­pler, Sack­karre). Beschrifte Cas­es zwecks schneller Iden­ti­fika­tion (z. B. „PA Links“, „TV-Regie“, „Licht-Con­troller“).
  4. Eigenes Tech­nik-Per­son­al schulen
    • Vergewis­sere dich, dass alle Helfer Grund­ken­nt­nisse zu den Geräten haben: Bedi­enungsan­leitun­gen lesen, Ein­stiegs-Ein­weisung durch den Ver­mi­eter (sofern ange­boten) wahrnehmen.
    • Richte vor­ab räum­lich die Posi­tio­nen ein (Sketch des Bühnenplans/Grundrisses), um am Ver­anstal­tungstag Zeit zu sparen.
  5. Check­lis­ten und Zeit­puffer
    • Erstelle Check­lis­ten für Auf- und Abbau: Wann wer­den welche Geräte angeschlossen? Wer übern­immt welche Kabel­wege? In welch­er Rei­hen­folge wird die Hard­ware hochge­fahren? Plane pro PA-Anlage min­destens 60–90 Minuten für Sound­check ein und pro Licht-Set­up 45–60 Minuten für Pro­gram­mierung.
  6. Sicher­heit­san­forderun­gen beacht­en
    • Ver­wende FI-geschützte Steck­dosen­leis­ten, um Per­so­n­en­schä­den durch Strom­schläge zu ver­mei­den. Bei Tra­versen: Achte auf die kor­rek­te Berech­nung der max­i­malen Last (Sta­tik, Flaschen­züge, Sicher­heits­ket­ten). Bei Out­door-Events: Halte Regen­schutz für Elek­tron­ik-Box­en und Zusatzhäuschen (Dry­box) bere­it.
  7. Über­gabe- und Rück­gabe­pro­tokoll
    • Doku­men­tiere bei Abhol­ung den Zus­tand aller Geräte: Seri­en­num­mern, sicht­bare Kratzer, fehlende Teile. Bei Rück­gabe wieder­hole die Doku­men­ta­tion. Damit ver­hin­der­st du berechtigte oder unberechtigte Rekla­ma­tio­nen und sich­erst deine Kau­tion ab.

Dry-Hire ist ide­al, wenn du bere­its über qual­i­fiziertes Per­son­al, Fahrzeuge und Know-how für Ver­anstal­tung­stech­nik ver­fügst und nur die reine Gerätemiete benötigst. Du prof­i­tierst von niedri­gen Mietrat­en und max­i­maler Flex­i­bil­ität in der Per­son­alein­teilung. Gle­ichzeit­ig trägst du aber die volle Ver­ant­wor­tung für Trans­port, Auf­bau, Betrieb, Sicher­heit und Rück­führung der Geräte. Eine sorgfältige Pla­nung, real­is­tis­che Zeit­puffer für Auf- und Abbau, fundiertes tech­nis­ches Ver­ständ­nis sowie klare Doku­men­ta­tion von Über­gabe­pro­tokollen und Ver­sicherung­sop­tio­nen sind essen­ziell, damit dein Dry-Hire-Ein­satz rei­bungs­los und kosten­ef­fizient ver­läuft.

FAQ´s

Was ist der Unterschied zwischen Dry-Hire und Wet-Hire?
Beim Dry-Hire mietest du nur das Equip­ment. Beim Wet-Hire sind zusät­zlich Ser­vice, Auf­bau, Betreu­ung und oft auch der Trans­port enthal­ten.
Ja, grund­sät­zlich schon. Ohne Erfahrung steigt aber das Risiko für Fehler bei Auf­bau, Verk­a­belung und Sicher­heit.
Beson­ders gefragt sind Laut­sprech­er, Sub­woofer, Mis­ch­pulte, Mov­ing Heads, LED-Spots und Beam­er.
In vie­len Fällen ja. Die Kau­tion wird nach voll­ständi­ger und unbeschädigter Rück­gabe wieder erstat­tet.
Dann werden je nach Schaden Reparaturkosten oder der Gerätewert berechnet, oft zunächst über die Kaution.